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Heiraten in New York – Darauf müsst ihr achten

Heiraten in New York: Beitragsbild

„Concrete Jungle where dreams are made of, there’s nothing you can’t do!“
Diese Zeile aus Empire State of mind beschreibt unseren New York-Trip im Oktober in einem Satz. Viele von euch haben ja sicher mitbekommen, dass wir dort waren, um uns standesamtlich trauen zu lassen. Damit erfüllten wir uns unseren ersten gemeinsamen Traum, den wir schon seit 2011 hatten. Mir fehlen bis heute die Worte, um diese unglaublich schöne Zeit zu beschreiben. Dennoch will ich euch nicht vorenthalten, worauf ihr achten müsst, wenn auch ihr plant, in New York zu heiraten.

Heiraten in New York? Damit haben wir uns einen langjährigen gemeinsamen Wunsch erfüllt. Beziehungsweise stimmt das eigentlich nicht so ganz. Es war mehr die Kombination aus zwei Wünschen.

Der Reihe nach: Wie kommt man eigentlich auf die vollkommen verrückte Idee, sich am anderen Ende des großen Teiches das Ja-Wort zu geben? Ich will es euch verraten 🙂
Worauf ihr achten müsst, falls auch ihr diesen Traum habt, erfahrt ihr dann weiter unten im Text.

Heiraten in New York? Ja bitte!

Schon als wir 2011 auf unserer allerersten gemeinsamen Reise auf dem Dach des Rockefeller Centers standen und diese Magie und Anziehung spürten, die der Anblick der Skyline und des Empire State Buildings (übrigens mein absolutes Lieblingsgebäude weltweit!) auf uns ausübte, waren wir uns einig. Das hier ist ein ganz besonderer Ort für uns. Oder andersrum: Ein Ort für etwas ganz Besonderes.

Die zweiwöchige Reise nach Neuengland und New York hatte Matthias sich schon in den Kopf gesetzt, bevor er mich traf. Das Problem war allerdings, dass seine Freunde entweder keine Zeit oder kein Geld hatten, um ihn zu begleiten. Da New York für mich damals eines meiner obersten Bucket List-Ziele war, war ich natürlich Feuer und Flamme, als er mir von seinen Plänen erzählte.

Und so kam es, dass wir die Reise im August 2011 für September und Oktober planten – eine Woche Roadtrip und eine Woche New York. Nach gerade einmal zwei Monaten Beziehung. Alle hielten uns für verrückt, als so frisches Paar direkt so eine Reise anzutreten. Aber Matthias traf den Nagel auf den Kopf: „Entweder wir verstehen uns nicht, dann können wir uns danach direkt trennen. Oder es klappt und dann haben wir gute Chancen, dass es langfristig passt!“ 😀

Diese Reise war rückblickend eine der besten Entscheidungen unserer gemeinsamen Zeit. Wir verstanden uns großartig, wuchsen direkt sehr eng zusammen und entwickelten unsere gemeinsame Wanderlust. Es folgten zahlreiche weitere Reisen (auch eine weitere nach New York im Sommer 2015) und ich würde jede einzelne wieder machen!

Als eine enge Freundin beschloss, Ende 2017 ein Praktikum in New York zu machen, schlug Matthias mir vor, sie in den Herbstferien zu besuchen. Ich fand die Idee verlockend, war mir aber nicht sicher, ob mir das nach unserer Asien-Reise im Sommer nicht alles zu viel werden würde (vor allem finanziell). Irgendwie habe ich nicht verstanden, was er vor hatte.
Aus unserer Erkenntnis, dass die Aussichtsplattform des Rockefeller Centers für uns ein magischer Ort ist, war nämlich schnell meine abgehobene Vorstellung vom perfekten Heiratsantrag und ein jahrelanger gemeinsamer „Insider“ geworden. Wir witzelten immer über diesen „perfekten Antrag“ dort oben, aber ich rechnete natürlich nicht damit, dass das mal klappen würde. Matthias wohl schon…

Als ich mich aber bis zum Abflug nach Asien nicht dazu durchringen konnte, Matthias für die Reise nach New York zuzusagen, wurde er ungeduldig und entschied sich kurzfristig, mir den Antrag doch schon in Thailand zu machen. Und rückblickend war das eigentlich sogar besser und vor allem unerwarteter, denn spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem er mich in New York aufs Rockefeller Center geschleppt hätte, wäre mir klar gewesen, was er plant 😀

Noch am selben Abend in Thailand eröffnete er mir seine Pläne: Statt den Antrag auf dem Dach des Rockefeller Centers zu machen, hatte er sich überlegt, dort oben standesamtlich zu heiraten. Ich war überwältigt. Wir hatten schon lange die grundlegende Idee, irgendwann nur für uns im Ausland standesamtlich „Ja“ zu sagen. Uns beiden ist die standesamtliche Trauung in Deutschland nie wichtig gewesen; für uns zählt die kirchliche. Und die wollten wir auch immer mit all‘ unseren Lieben feiern. Umso verlockender erschien uns die Idee, den standesamtlichen Teil mit unserer Reiselust zu verbinden und irgendwo im Ausland zu zelebrieren 🙂

Dass dieser Moment jetzt tatsächlich an unserem gemeinsamen „Happy Place“ stattfinden sollte, machte mich überglücklich. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass das überhaupt möglich wäre.

Aber die USA sind nicht umsonst das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Und so kam es, dass wir uns im Oktober 2017 nur in Anwesenheit zweier lieber Freundinnen, die gleichzeitig unsere Trauzeuginnen waren, in unserer absoluten Lieblingsstadt auf dem Dach des Rockefeller Centers das standesamtliche „Ja“-Wort gaben.
Wir persönlich sahen das ganze mehr als eine „Verlobungszeremonie“, weil wir uns das „Heirats-Gefühl“ für die Kirche aufheben wollen. Das hat bisher auch wirklich gut geklappt 🙂
Dennoch gehört dieser Moment in New York definitiv zu den allerschönsten meines Lebens!

Heiraten in New York

© Saskia S.


 

Auch ihr möchtet in New York heiraten? Darauf müsst ihr achten:

Wo wollt ihr euch trauen lassen?

Nachdem ihr beschlossen habt, dass ihr euch in New York das „Ja“-Wort geben wollt, müsst ihr euch zuerst überlegen, wo das stattfinden soll.
Wenn ihr euch direkt im City Clerk (Standesamt) trauen lassen möchtet, geht das halbwegs spontan (und vor allem sehr günstig). Wenn ihr euch jedoch euren persönlichen Lieblingsort ausgesucht habt, müsst ihr etwas mehr Vorbereitungszeit einplanen, euch selbst um euren Officiant (im Prinzip jemand, der die Lizenz hat, euch zu trauen; in den USA auch Friedensrichter genannt) kümmern und auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Theoretisch kann man übrigens überall in New York heiraten, solange man sich vorab um einige organisatorische Sachen kümmert.

Mindestens 24 Stunden vor der Zeremonie: Die Marriage License

Um in New York „Ja“ zu sagen, braucht ihr eine so genannte Marriage License. Diese Lizenz müsst ihr (immer, auch wenn ihr direkt im City Clerk heiraten wollt) mindestens 24 Stunden vorher beantragen – entweder online oder vor Ort im City Clerk in Manhattan (Adresse 141 Worth Street). Zur Beantragung braucht ihr euren Reisepass, die Lizenz kostet euch einmalig 35 Dollar und ist 60 Tage gültig. Nach 24 Stunden könnt ihr die Lizenz dann im City Clerk abholen. Und dann?

 

Die Trauung direkt im City Clerk

Diese  Trauungen gehen meist sehr schnell und eher unpersönlich über die Bühne – ihr lernt den/die Officant schließlich vorher nicht kennen. Jeden Tag gibt es zahlreiche Eheschließungen im Big Apple von Menschen aus aller Welt. Deshalb sind die Zeremonien ziemlich „genormt“.

Wenn ihr eure Marriage License abholt, könnt ihr direkt im Vorraum des City Clerks eine Nummer ziehen und warten, bis ihr mit eurer Trauung an der Reihe seid. Ein etwas…gewöhnungsbedürftiges System 😀
Trotzdem haben wir viele schöne und emotionale Momente miterlebt, als wir unsere Lizenz im Standesamt abgeholt haben und Paare aus New York und aller Welt (entweder allein oder mit Familie/Freunden) im Brautkleid und Smoking oder in Jeans und T-Shirt (beides gibt es) auf ihre Trauung gewartet haben.

Dieser Weg ist zudem der deutliche günstigere. Alles, was ihr abgesehen von der Marriage License braucht, sind weitere 25 Dollar für die Zeremonie und einen Trauzeugen oder eine Trauzeugin (eine/r reicht). Viele Paare bringen entweder einen lieben Menschen mit oder fragen spontan den Fotografen oder Fremde auf der Straße. Ja, das ist in New York tatsächlich üblich 😀
Zum Schluss gibts eine Heiratsurkunde und ihr könnt euren gemeinsamen Tag feiern.

Was ihr nach der Trauung noch an Papierkram erledigen müsst, schreibe ich weiter unten.

Kosten: Insgesamt 60 Dollar für Lizenz und Trauung.

 

Die Trauung an eurem Lieblingsort

Der sicherlich individuelle aber auch teurere Weg ist eine Trauung an eurem Happy Place. Hierzu bekommt ihr bei Abholung eurer Mariage License im City Clerk noch das so genannte Certificate of Marriage Registration mit, das euer Officiant dann nach der Trauung ausfüllen muss.

Es gibt besonders beliebte Plätze in New York, wie der Ladies Pavillon im Central Park, die Brooklyn Bridge oder das Dach des Rockefeller Centers. Auch wenn ihr theoretisch an jedem öffentlichen Platz in New York „Ja“ sagen dürft, so solltet ihr vorab recherchieren, ob ihr bei eurem Lieblingsort auf etwas achten oder euch gar anmelden müsst, um nicht mit anderen Eheschließungen zu kollidieren.

Auf dem Rockefeller Center gibt es beispielsweise sogar einen eigenen Wedding Service, der zwar alles organisiert, euch aber auch schnell mehrere tausend Euro kostet. Im Zweifel kann euch da aber euer Officiant weiter helfen. Unsere empfahl uns, einfach vorab online die Tickets für uns, sie und unsere beiden Trauzeuginnen zu kaufen, am großen Tag gemeinsam hochzufahren und uns dann einen ruhigen Platz zu suchen. Klar, das ist – gerade zu den Stoßzeiten zum Sonnenuntergang – mit einem gewissen Risiko verbunden. Aber wir haben es gewagt und fanden zu unserer Zeremonie um 16 Uhr einen perfekten Platz mit Blick aufs Empire State Building <3
Apropos Officiant

Es gibt zahlreiche Wedding Officiants in New York. Wichtig ist, dass euer Friedensrichter lizensiert sein muss, damit eure Ehe dann auch Gültigkeit hat.
Wir haben anfangs nur nach deutschsprachigen Trauungen geschaut, dann aber beschlossen, dass wir doch lieber eine Trauung auf Englisch möchten, wenn wir schon in New York heiraten.
Am besten, ihr recherchiert ein bisschen und vergleicht, welcher Officant euch am sympathischsten ist. Viele bieten unterschiedliche Pakete an. Auch bezüglich der Preise gibt es erhebliche Unterschiede. Die Regel: Je persönlicher die Zeremonie, desto höher der Preis. Wie überall gibt es aber auch hier Ausnahmen 😉

Wir haben uns nach einer langen Recherche für Judie Guild entschieden. Sie war super sympathisch, hat unsere Fragen geduldig beantwortet und unsere Zeremonie in Mail-Absprache mit uns so gestaltet, wie wir uns das gewünscht haben. Dabei durften wir nicht nur bei den Zeilen mitentscheiden, mit denen sie uns nach unserem „Ja“-Wort fragte, sondern sie fragte uns auch getrennt per Mail, was wir am anderen schätzen, und baute wirklich alles in die Trauung ein. So konnten wir uns mit ihr unsere eigene kleine „Verlobungszeremonie“ kreieren, die zwar sehr romantisch war, aber sich durch die gewählten Worte (vor allem beim „Ja“-Wort) noch nicht so richtig nach Heirat anfühlte und uns dieses „JA-Gefühl“ für die bevorstehende kirchliche Trauung sicherte 🙂

Auch bei der externen Trauung braucht ihr übrigens einen Trauzeugen. Wir hatten mit den beiden Mädels gleich zwei Trauzeuginnen, die auch beide auf der Urkunde unterschreiben konnten.

Kosten: Stark variabel. In unserem Fall 35 Dollar für die Lizenz, rund 300 Dollar für Judies Trauung (und damit gehörte sie zu den günstigeren in unserer Recherche) plus die Tickets für’s Rockefeller Center.
Aber wenn ihr mich fragt, war das ganze jeden Cent wert 🙂

 

Papierkram Part I: Nach der Trauung in New York

Nachdem ihr euren Tag ausgiebig genossen habt, müsst ihr euch noch um einige Dinge kümmern, damit ihr eure Ehe in Deutschland auch anerkennen und beim deutschen Standesamt beurkunden lassen könnt.

Zunächst müsst ihr für weitere 35 Dollar eine sogenannte „extended version“ eurer Marriage License beantragen. Das könnt ihr bei einer Trauung im City Clerk direkt im Anschluss dort machen. Bei einer externen Zeremonie könnt ihr die Urkunde am nächsten Werktag im City Clerk abholen. Dazu braucht ihr dann auch das oben erwähnte Certificate of Marriage Registration.

Nun wird es ein bisschen kompliziert. Wir mussten über die kommenden Schritte wirklich schmunzeln, aber sie sind halb so aufwändig, wie sie klingen.

Eure erweiterte Heiratsurkunde müsst ihr nun im Gerichtsgebäude (Supreme Court Building, Adresse 60 Centre Street) für 3 Dollar beglaubigen lassen. Das Gebäude ist nur ein paar Meter vom City Clerk entfernt und die Beamten geben euch im Normalfall eine Wegbeschreibung.

So weit, so gut. Eure nun beglaubigte erweiterte Heiratsurkunde müsst ihr dann mitnehmen zum New York State Department (123 William Street; auch hierzu bekommt ihr im Normalfall eine Wegbeschreibung). Dort bekommt ihr für 10 Dollar die so genannte Apostille, die ihr UNBEDINGT benötigt, um eure Ehe in Deutschland anerkennen zu lassen. Der Haken hierbei: Ihr könnt die Apostille nur in Form einer Money Order bezahlen, die ihr euch vorher noch in einer Bank oder einer der gängigen Drogerien (beispielsweise Duane Reade) besorgen müsst.

Zwar ist das ganze ein bisschen Gerenne (wir haben inklusive Wartezeit etwa zwei Stunden für alles gebraucht), aber alle Büros sind auf Touristen eingestellt.

Wichtig ist nur, dass ihr bei eurem Heiratsdatum einplant, dass ihr einen weiteren Tag in New York braucht, an dem alle Stellen geöffnet haben (bedenkt unbedingt lokale Feiertage!), um die Unterlagen zu organisieren.
Oder ihr nehmt einen Apostille-Service in Anspruch, bei dem andere (meist der Officiant) sich um den Papierkram kümmern und euch die Unterlagen nach Deutschland schicken. Das bedeutet aber natürlich eine weitere Gebühr.

 

Papierkram Part II: Zurück in Deutschland

In Deutschland könnt ihr eure Ehe mit diesen Unterlagen dann beim Bürgeramt anmelden. Das muss spätestens drei Monate nach der Heirat passieren.

Beim Standesamt könnt ihr euch außerdem eine deutsche Heiratsurkunde ausstellen lassen. Auch die Namensänderung ist dann möglich. Hier kommen je nach Bundesland nochmal Kosten auf euch zu.
In Berlin sind das 60 Euro für die Nachbeurkundung mit Eintragung ins Eheregister und 10 Euro für die Ausstellung einer deutschen Heiratsurkunde. Diesen Schritt müsst ihr nicht innerhalb von drei Monaten erledigen. Im Prinzip seid ihr nicht mal verpflichtet, eure Ehe überhaupt nachbeurkunden und ins deutsche Eheregister eintragen zu lassen. Ordnungsgemäß ausgestellte Heiratsurkunden aus dem Ausland sind auch in Deutschland gültig.

Bedenkt jedoch, dass ihr die deutsche Heiratsurkunde meist für eine anschließende kirchliche Trauung (und eventuell auch in späteren Lebenslagen) braucht.

 

Ich hoffe, die Tipps und Infos rund ums Thema „Heiraten in New York“ haben euch weiter geholfen!
Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass alles halb so kompliziert ist, wie es klingt, wenn ihr mal dort seid. Alle Ämter sind auf Paare aus aller Welt eingestellt und helfen euch weiter 🙂

Auch wenn so eine standesamtliche Trauung in New York mit Kosten und Aufwand verbunden ist, würden wir es jeder Zeit wieder so machen.

Das Erlebnis war einmalig und wird wohl für immer zu den schönsten unseres Lebens gehören <3

 

Liebe Glück und gute Reise,
Laura

Heiraten in New York

© Vanessa W.

Heiraten in New York

© Matthias Lackas

Heiraten in New York

© Saskia S.

Heiraten in New York

© Matthias Lackas

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