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Friede, Freude, Eierkuchen? So vermeidest du Konflikte auf Reisen

Konflikte auf Reisen: Beitragsbild

Zusammen reisen Spaß kann machen! Du bist selten einsam, hast immer einen Partner in Crime, stets jemanden, der tolle Momente mit dir teilt und schwierige Situationen lassen sich zusammen meistern; geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.

Doch wie so oft im Leben gibt es natürlich auch hier eine Kehrseite der Medaille: Wer wochenlang aufeinander hockt, geht sich unter Umständen irgendwann auf den Geist. Ich wette, auch du hast das schon einmal erlebt: Konflikte auf Reisen.

Damit die gemeinsame YOURney nicht zum Freundschafts- oder Beziehungskiller wird, sondern du im besten Fall die schönste Zeit mit tollen Menschen hast, gibt es ein paar Tipps, die Konflikte auf Reisen vermeiden können 🙂

  1. Passt das mit euch?

    Diese Frage solltest du dir zuallererst stellen. Ihr seid vielleicht die besten Freundinnen, schon durch dick und dünn gegangen und zusammen groß geworden. Aber seid ihr schon einmal zusammen verreist? Seid ihr ein gutes Reise-Team?
    Egal, ob ihr als Paar, zu zweit als Freunde oder in einer großen Gruppe unterwegs seid: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hardcore-Backpacker und der All-inclusive-Fan zusammen eine gute Zeit haben, ist geringer, als wenn zwei Outdoor-Liebhaber zusammen losziehen. Natürlich kann eine bunte Mischung von Reisevorlieben einen Trip auch spannender und interessanter machen. Wichtig ist dann aber, dass ihr vorher…

  2. …über eure Erwartungen sprecht!

    Das ist oft gar nicht so einfach. Man möchte den anderen nicht vor den Kopf stoßen, ist vielleicht aus Gutmütigkeit nicht ganz ehrlich oder weiß einfach noch gar nicht, wie die YOURney am liebsten aussehen soll.
    Matthias und ich sprechen vor unseren Reisen meist stundenlang darüber, worauf wir als nächstes Ziel Lust hätten und worauf eher nicht. Wir sind immer ehrlich, sagen offen, wenn wir die Idee des anderen nicht so cool finden – aber auch, wenn wir uns doch dafür erwärmen können, obwohl wir anfangs total dagegen waren. Manchmal kommt diese Erkenntnis sofort, manchmal erst nach einigen Monaten (wie bei mir mit Australien; einem seiner favorisierten Ziele, mit dem ich erst langsam warm werde) und manchmal vielleicht nie. Dann muss ein anderer Plan her. Oder ein anderer Reisepartner.
    Oft kann es helfen, wenn ihr eure Erwartungen unabhängig voneinander aufschreibt und sie dann vergleicht. Vielleicht habt ihr ganz ähnliche Vorstellungen nur anders formuliert? Falls der „worst case“ eintritt und eure Wünsche total weit auseinander driften, gibt es nur zwei Wege: die Reise bleiben lassen oder…

  3. …Kompromisse eingehen

    Einige werden mich jetzt vielleicht für diesen Tipp verfluchen. Denn ja, eigentlich sollte man beim Reisen keine Kompromisse eingehen, zumindest keine faulen. Schließlich ist Reisen etwas individuelles. Eine Form der Persönlichkeitsentfaltung. Aber was nützt dir die tollste Aussicht, die beste Party am Strand oder die schönste Stadt, wenn du sie eigentlich gern mit einer Person teilen würdest, die du aus Kompromisslosigkeit zuhause gelassen hast? Ich bin ein Freund von Kompromissen – so lange sie keinem wehtun.
    Es gibt ein Ziel, das ihr euch alle vorstellen könnt; bloß auf verschiedene Arten? Vielleicht könnt ihr euch in der Mitte treffen? Einer will backpacken, der andere nur in schicke Hotels? Vielleicht ist Flashpacking, also eine Form des Backpackings, bei der auch gerne mal nette Hotels angesteuert werden, euer Ding? Wer ein paar Millimeter aus seiner Komfortzone wagt, der lernt oft Neues. Sei es über sich, die Reisepartner oder über die Welt 🙂
    Es gibt ein Ziel, bei dem ihr gar keinen Kompromiss findet? Okay, dann solltet ihr dieses Mal vielleicht doch getrennt losziehen und erst die nächste YOURney gemeinsam planen.
    Apropos planen…

    Konflikte auf Reisen: HotSprings

    © Saskia Stegerer

  4. Zusammen planen

    Schwierig wird es meiner Meinung nach oft dann, wenn einer schon die halbe Reise geplant hat, ehe der andere dazu kommt. Klar, auch das geht oft gut! Und wie cool ist es bitte, wenn du kurz vor Abreise doch noch eine Begleitung findest?
    Aber eine YOURney zusammen zu planen, ist doch mindestens genauso cool. Auch wenn ich kein Freund von akribisch durchgetakteten Reisen bin: Ich liebe die Stunden, in denen gemeinsam gebrainstormt wird, in denen man zum ersten Einstieg Reiseführer wälzt, ein paar Blogs durchstöbert, zusammen Flüge bucht und sich dann auf das große Abenteuer freuen kann. Vorfreude ist schließlich die schönste Freude. Und außerdem wissen beide dann schon ein bisschen, was sie am Ziel erwartet.

  5. Vertrauen

    Wie so oft im Leben, ist Vertrauen in meinen Augen auch auf Reisen das A und O. Sei es bei der Organisation, bei der ihr manche Punkte vielleicht aufteilt, in brenzligen Situationen oder wenn einer von beiden sich in England oder Australien tapfer durch den Linksverkehr kämpft: Ihr müsst einander vertrauen und euch aufeinander verlassen können. Sollte einer dann doch mal auf dem komplett falschen Dampfer sein, ist neben Vertrauen auch ein anderes wichtiges Gut unabdingbar:

  6. Ehrlichkeit

    Genau, wie im Alltag, solltet ihr auch auf Reisen immer ehrlich zueinander sein. Es nutzt nichts, wenn einer sein Unbehagen über Kleinigkeiten so lange runterschluckt, bis unnötigerweise eine riesige Diskussion draus wird. Besser, ihr sprecht Dinge, die euch stören, offen an. Und freundlich. Egal, wie angepisst ihr seid: Versucht euch zu zügeln, denn wir alle wissen es und wir alle vergessen es nur allzu gern:

  7. Der Ton macht die Musik

    Das größte Problem kann schnell gelöst werden, wenn ihr es rational besprecht. Die kleinste Mücke kann im Gegenzug zum gigantischen Elefanten werden, wenn ihr euch angiftet. Ich weiß, dass auch das ganz oft leichter gesagt ist, als getan. Manchmal blöken Matthias und ich uns richtig übel an. Gerade wenn es um das Autofahren und das Lesen einer Karte geht. Da erfüllen wir alle Klischees 😀
    Aber ich nehme mir wenigstens immer vor, dass ich versuche, unangenehme Dinge sanft anzusprechen. Klappt oft nicht so gut und die Italienerin in mir verselbstständigt sich. Manchmal kann ich mich aber auch rechtzeitig auf meine guten Vorsätze besinnen, drei Mal tief durchatmen und nett sagen, was ich gerade irgendwie doof finde.

    Konflikte auf Reisen: London

    © Laura Fauss

  8. Gebt euch Raum…

    Auch das ist in meinen Augen ein wichtiger Punkt um Konflikte auf Reisen zu vermeiden. Sei es ein gutes Buch, eine lange und wortlose Wanderung oder einfach nur ein bisschen Zeit am Handy: Ihr müsst nicht 24/7 im Energiemodus sein und euch gegenseitig bespaßen. Gebt euch und euren Partnern in Crime Freiraum. Ruhezeit.
    Wer ein gutes Team ist, für den ist Stille nicht unangenehm, sondern ohne Worte von beiden akzeptiert. Und oft sogar gewollt.

  9. …oder teilt euch zeitweise auf

    Wenn alles nichts hilft, ihr euch richtig in den Haaren habt und auch der Freiraum nichts mehr rausreißt, dann kann es eine Überlegung sein, euch ein paar Tage (manchmal reichen auch Stunden) aufzuteilen und getrennte Wege zu gehen. Natürlich hofft niemand, dass ihr euch so sehr zofft, dass dieser Punkt unabdingbar wird. Manchmal hilft eine kurze Trennung aber vielleicht schon, damit es gar nicht erst zum großen Knall kommt. Ihr werdet sehen: Danach freut ihr euch wieder umso mehr auf die gemeinsame Zeit 🙂

  10. Das Budget

    Last but (leider) not least: Das liebe Geld. Ich glaube, dass das (neben dem Bedienen von Verkehrsmitteln, dem Lesen von Karten, unterschiedlichen Schlaf- und Essgewohnheiten und allem voran natürlich grundlos schlechter Laune) einer der Hauptauslöser für Konflikte auf Reisen ist. Auch hier gilt wieder Punkt 1: Sprecht euch vorher ab. Wie viel möchten alle für die YOURney ausgeben? Wie lässt sich das realisieren? Kann man manche Aktivitäten vielleicht getrennt unternehmen? Muss man sich zwischendurch für ein paar Tage aufteilen? Oder habt ihr vielleicht sogar exakt die gleichen Vorstellungen?

 

Abschließend glaube ich, dass fast alle Menschen auf Reisen irgendwie zusammen funktionieren können, wenn sie ein paar Dinge beherzigen. Natürlich bleiben die wenigsten von Konflikten auf Reisen gänzlich verschont, aber wie sagt man so schön? Gewitter reinigt die Luft!
Und neben den vielen tollen Momenten, die du mit deinen Reisepartnern teilen kannst, gibt es in meinen Augen einen großen Vorteil:
Oft schweißen gemeinsame YOURneys zusammen. Man lernt sich besser kennen und irgendwie auch oft besser lieben. Und das ist doch die Hauptsache 🙂

 

Liebe, Glück und gute Reise!

Laura

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