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Nordspanien: Atlantikküste und das Baskenland – Keyfacts

Keyfacts Nordspanien: Beitragsbild

Klima, Anreise, Sprache, Unterkünfte: In der Serie „Keyfacts for YOURneys“ findest du einen ersten Einstieg mit vielen Infos, die du vor deinem nächsten Abenteuer brauchst.

Tolle Strände, eine raue Küste, inspirierende Städte und eine abwechslungsreiche Küche: Das alles fällt mir ein, wenn ich an unsere Tage in Nordspanien zurück denke. Die Region ist so vielfältig und wunderschön und in vielen Ecken vom Tourismus  eher wenig frequentiert, dass ich finde: Sie ist IMMER eine Reise wert.

Nachdem wir mit dem Camper durch diese Region getingelt sind, habe ich dir einige Infos gesammelt, die dir vor einer Reise die Planung erleichtern oder vor Ort weiterhelfen können… 🙂

  1. Deine beste Reiszeit
  2. Der Weg ist das Ziel: Anreise und Fortbewegung
  3. Safe travels? Infos zur Sicherheit
  4. Money, money, money…: Geld und Bezahlung
  5. An apple a day keeps the doctor away? Infos zur medizinischen Versorgung und Vorsorge
  6. Koje, Kaffee, Kuchen: Lebenshaltungskosten
  7. Let’s talk about…: Landessprachen

 

Deine beste Reisezeit

Wie für die meisten Destinationen finde ich auch für Nordspanien, dass die Region zu (fast) jeder Zeit eine YOURney wert ist.

Im Winter würde ich persönlich die Region dennoch wohl eher nicht bereisen. Wobei du in den kalten Monaten in den Bergen an der Grenze zu Portugal sogar Ski fahren kannst. Aber der Reihe nach:

Wir waren im Juni in Nordspanien und ich fand den Zeitpunkt vor der Hauptsaison absolut perfekt: Leere Strände (abgesehen von einigen Surfern) und dennoch warme Temperaturen (um die 25 Grad) standen auf dem Programm. Gelegentlich hat es geregnet, aber das hatten wir vom Norden auch erwartet 🙂

Einzige Ausnahme: Santiago de Compostela. Dort war es den ganzen Tag kühl und regnerisch. Durch die Lage an den Bergen ist das dort aber öfter der Fall.

Insgesamt herrscht in Nordspanien atlantisches Klima: Die Sommer sind warm, wenn auch deutlich kühler als im Süden, und die Winter mild. In den Bergen fällt in den kalten Monaten aber auch Schnee.

So hat A Coruña in den wärmsten Monaten von Juni bis September eine durchschnittliche Temperatur zwischen 17 und 19 Grad (die wärmsten Monate sind Juli und August) und im Schnitt neun Regentage. In Santiago de Compostela ist die Durchschnittstemperatur zwar ähnlich, der Ort liegt mit zehn Regentagen aber minimal über A Coruña. San Sebastián hat in den gleichen Monaten eine durchschnittliche Temperatur zwischen 18 und 19 Grad und im Schnitt sogar dreizehn Regentage.

In den kühlen Monaten (Dezember bis Februar) beträgt die durchschnittliche Temperatur in allen drei Sädten 10 Grad (im Schnitt 17 Regentage).

Im Oktober, November, März, April und Mai liegen die Durchschnitts-Temperaturen zwischen 10 und 16 Grad bei rund 14 Regentagen monatlich. Diese Werte entsprechen auch in etwa dem Jahresschnitt.

Abhängig von deinen Plänen für eine Reise nach Nordspanien sind sicherlich viele Monate geeignet. In den Sommermonaten kannst du toll baden und surfen. Im Frühjahr kannst du gut wandern und im Winter sogar Ski fahren.

Keyfacts Nordspanien: Strand

© Laura Fauss

Der Weg ist das Ziel
Flüge

Nordspanien lässt sich aus vielen Städten Deutschlands easy und günstig ansteuern. Wir sind bei unserem Roadtrip zwar in Lissabon gelandet und von Frankreich zurück geflogen aber ich habe mal nach Möglichkeiten gestöbert:

Mit Ryan Air kannst du von Frankfurt/Hahn nach Santiago de Compostela fliegen. Die Airline bietet auch Verbindungen ins 120 Kilometer vor der spanischen Grenze gelegene Porto an (ab Berlin, Bremen, Hamburg, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Frankfurt Hahn, Frankfurt am Main, Karlsruhe/Baden-Baden und Memmingen).

Mit Easy Jet kannst du von Basel-Freiburg außerdem ebenfalls nach Santiago de Compostela und auch ins kurz hinter der Grenze gelegene französische Biarritz fliegen.

Ansonsten mag ich die beiden Suchmaschinen  Swoodoo (die Powersuche ist super für alle Flexiblen) und Kiwi (noch mehr Möglichkeiten, deine Flugsuche zu individualisieren, aber meiner Meinung nach nicht immer am günstigsten).

Einreise

Für die Einreise nach Spanien benötigst du als EU-Bürger lediglich einen Personalausweis oder Reisepass.

Wie kommst du von A nach B?

Wir sind im Indie-Camper durch Nordspanien gedüst. Ich kann diese Art von Roadtrip echt empfehlen. Die Tour hat  wahnsinnig viel Spaßgemacht und mich Camper-mäßig so richtig angefixt. Ich fand es soooo cool, dass wir einerseits frei und flexibel waren uns andererseits „häuslich einrichten“ konnten – inklusive Küche 🙂
Tipps zu (Camper)-Roadtrips (Benzinpreise, Maut, Geschwindigkeitsbegrenzungen…) durch Nordspanien findest du hier.
Weitere Anbieter für Camper sind:
Surf Cars
hangtime
Campanada
Rent a Camper
TUI Camper

Der einzige Nachteil war in meinen Augen der finanzielle Aspekt. Wenn du dich nicht traust, wildzucampen (außer in einigen ausgewiesenen Parkzonen eigentlich verboten, wird aber scheinbar nicht überall überprüft), brauchst du für die Nächte einen Stellplatz auf einem der Campingplätze. Dafür haben wir in der Nebensaison im Schnitt etwa 20 Euro gezahlt – für den Preis hätte man auch schon einfache Unterkünfte bekommen. Hinzu kommen die Kosten für Maut und Sprit. Die sind bei einem Roadtrip im normalen Auto natürlich günstiger, weil es weniger Benzin braucht und zu einer günstigeren Gebühren-Kategorie gehört.

Dennoch würde ich den Trip im Camper jederzeit wiederholen. Ich finde, so eine Tour ist der Inbegriff von Freiheit 🙂

Um den Straßenverkehr brauchst du dir in Nordspanien nicht allzu viele Sorgen zu machen. Wir waren sogar eher überrascht, wie entspannt alles lief. Da wir aber durch Zeitmangel meist Autobahnen nehmen mussten, statt den schöneren und billigeren Landstraßen, wissen wir nicht genau, wie es abseits der Schnellstraßen zugeht. Wir haben bei unseren wenigen Fahrten auf Landstraßen jedoch nur positive Erfahrungen gemacht.

Du kannst natürlich auch mit dem Zug durch Nordspanien düsen. Es gibt ein gut ausgebautes Streckennetz und regelmäßige Fahrten. Weitere Infos dazu findest du bei der spanischen Zuggesellschaft Renfe oder bei Interrail.

Wer lieber mit dem Bus fährt, wird bei Alsa fündig. Über die Seite der Gesellschaft kannst du Verbindungen suchen und buchen. Es gibt täglich eine Vielzahl an Fahrten, zwischen großen Ballungszentren auch mehrmals.

Eine weitere gute Seite, die ich für Reisen innerhalb Europas gerne nutze, ist „from A to B“. Dort kannst du einfach deinen Startpunkt und deine Destination eingeben und die Seite schlägt dir verschiedene Transportmittel mit Dauer und Preis vor. Klappt auch für Portugal 🙂

© Laura Fauss

Safe travels?

Bezüglich der Sicherheit hatten wir in Nordspanien keinerlei Bedenken. Natürlich haben wir an bekannten und viel frequentierten Spots unsere Wertsachen im Auge behalten und nichts sichtbar im Camper liegen lassen, wenn wir ihn geparkt haben. Aber das mache ich in jedem Land so – sei es auf Reisen oder zuhause.

Laut den Jungs von Indie Campers vermeidet man so auch die meisten Aufbrüche auf Parkplätzen. Die passierten angeblich sehr selten – wenn doch würden meist sichtbare Wertgegenstände auf zwielichtigen Parkplätzen am Rande einer Stadt entwendet.

Auch die Infos des Auswärtigen Amts sind ähnlich, wie in anderen unter Touristen beliebten europäischen Ländern. Aktuell (Juli 2017) gibt es einen Hinweis zu Waldbränden. Hier solltest du nicht nur auf dich Acht geben, sondern auch selbst kein Risiko schaffen (kein offenes Feuer etc.).

Wenn du also die „normalen“ Sicherheitsaspekte auf einer Reise bedenkst, wirst du dich in Nordspanien sehr sicher und wohl fühlen 🙂

 

Money, money, money…
Bargeld

Spanien halt als Währung den Euro. Im ganzen Land gibt es Geldautomaten, an denen du je nach Bank gebührenfrei oder gegen ein paar Euro Geld abheben kannst. Da ich die DKB-Visa-Card habe, zahle ich als Aktivkundin an allen Automaten mit Visa-Logo weltweit keine Gebühren. Hin und wieder fallen zwar die externen Gebühren der ausländischen Bank an; in Spanien war das allerdings nicht der Fall. Hier habe ich neben hilfreichen Tools für die Reiseplanung auch etwas ausführlicher über die Kreditkarte geschrieben.

Kreditkarte

Auch für das Bezahlen ohne Bargeld nutze ich im Ausland meine DKB-Karte. Da Spanien aber zur EU gehört und daher keine Auslandeinsatz-Gebühren für deutsche Karten anfallen dürfen, kannst du auch deine ganz normale Bank-Karte nutzen. Hier findest du außerdem eine Liste mit Kreditkarten, mit welchen du im EU-Ausland kostenfrei bargeldlos bezahlen kannst.

Trinkgeld

Im Restaurant sind zehn Prozent Trinkgeld üblich, die du den Kellnern nicht in die Hand drückst, sondern einfach auf einem kleinen Teller, auf dem auch die Rechnung kommt, liegen lässt, ehe du gehst.

Auch im Taxi, beim Zimmerservice oder anderen Dienstleistern solltest du ein kleines Trinkgeld geben. Wir haben hier immer auf den nächsten Euro aufgerundet

Keyfacts Nordspanien: Muros de Nylon

© Laura Fauss

An apple a day keeps the doctor away?

Was kannst du tun, um einem Arztbesuch in Nordspanien vorzubeugen?

Laut Auswärtigem Amt genügen für eine Reise nach Spanien die in Deutschland ohnehin empfohlenen Standard-Impfungen, sowie eine Impfung gegen Hepatitis A und B. Die medizinische Versorgung in Spanien ist gut, wenn auch nicht ganz so gut wie in Deutschland. So musst du in abgelegenen Regionen unter Umständen mit längeren Anfahrtszeiten oder einfach ausgestatteten Krankenhäusern rechnen. Kleinere Wehwehchen kannst du aber oft sogar selbst versorgen. Dafür solltest du eine Reiseapotheke dabei haben.

Mit einer europäischen Krankenkassenkarte hast du in Nordspanien Anspruch auf alle dringenden Behandlungen – vorausgesetzt, du lässt sie bei Ärzten durchführen, die vom gesetzlichen Gesundheitssystem zugelassen sind. Für alle Eingriffe, die von deiner deutschen Krankenversicherung nicht abgedeckt sind, würde ich dir empfehlen, eine Auslandskrankenversicherung, beispielsweise vom ADAC, abzuschließen.

 

Koje, Kaffee, Kuchen

Lebenshaltungskosten

In klassischen Unterkünften habe ich in Nordspanien keine Erfahrungswerte gesammelt, weil wir ja mit Camper unterwegs waren. Ich habe aber ein bisschen bei booking.com, Hostelworld und AirBnB  gestöbert und das Gefühl, dass die Preise etwas günstiger als in Deutschland sind, insgesamt aber im EU-Schnitt liegen.

Ich war 2013 schon einmal mit einer Freundin in Santiago de Compostela und erinnere mich, dass wir damals in einem sehr günstigen und wirklich hübschen Hotel waren. Es ist heute etwas teurer, als damals, aber ich würde es trotzdem immer noch empfehlen: Hostal Mafer.

Mehr Erfahrungswerte haben Matthias und ich auf Campingplätzen gesammelt. Über den Campingführer des ADAC haben wir für Nordspanien einige günstige und schöne Plätze gefunden. Einige haben wir aber auch einfach angesteuert. Wir haben im Schnitt 20 Euro/Nacht und Stellplatz bezahlt. Das ist in der Nebensaison gut machbar, in der Hauptsaison sind die Plätze etwas teurer.

Auch im Supermarkt waren die Preise auf einem ähnlichen Niveau, wie in Deutschland. Obst und Gemüse, insbesondre regional, waren oft günstiger als hier, einfache „Grundnahrungsmittel“ meist ebenso. Milchprodukte kamen mir teurer vor und auch Beauty-Artikel kosten oft mehr. Alles in allem haben wir für Einkäufe aber ähnlich viel ausgegeben, wie in Berlin.

Die Preise in Restaurants kamen mir durchwachsen vor. Je nach Ort (Touristenhotspots?) und Küche waren sie im Preis-Leistungs-Verhältnis teurer, günstiger oder ähnlich, wie bei uns. In Santiago de Compostela haben wir verhältnismäßig günstig (und schick und lecker!) Tapas gegessen. Dort gab es aber auch viele überteuerte Restaurants. Das Geheimnis ist, Lokale abseits der Touristenpfade zu finden 🙂

Tipp: Unbedingt probieren solltest du die baskische Art der Tapas. Die Pintxos (sprich: Pinchos) bestellt man in San Sebastián am Tresen bzw. sucht sich aus einem riesigen Buffet aus, was man möchte. Auf Passport & Plates erklärt Sally (allerdings auf Englisch), wie man die kleinen Leckereien traditionell isst. Dazu kannst du den sauer-spritzigen Wein Txakoli (sprich: Tschakoli) testen, der typischerweise aus einer gewissen Höhe in die Gläser eingegossen wird. Super lecker!

Wir haben die normalerweise recht günstigen Pintxos in der Bar Zeruko gegessen, einem gehobenen, aber sehr auf junge Gäste ausgelegten Lokal, in dem die kleinen Gerichte ein bisschen teurer waren, als in anderen Lokalen (vier bis sechs Euro statt zwei bis vier). Die Bar war definitiv einen Besuch wert, aber auch viele andere sahen wirklich toll aus! Einfach einkehren, wo was los ist 🙂

Keyfacts Nordspanien: Pintxos

© Laura Fauss

Let’s talk about…

Neben Spanisch gehören in Nordspanien je nach Region auch die galicische Sprache (Galicien, rund um Santiago de Compostela) und Baskisch (Baskenland rund um San Sebastián) zu den Amtssprachen. Obwohl ich ein bisschen Spanisch spreche, hatte ich bei beiden Sprachen große Probleme, überhaupt ein Wort zu verstehen. Für viele Dinge gibt es in den Sprachen sogar ganz andere Wörter, als im Spanischen. So heißen Tapas auf baskisch ja beispielsweise, wie ich oben schon erklärt habe, Pintxos (sprich: Pinchos).

Dennoch kamen Matthias und ich in Nordspanien wirklich gut klar. Viele Menschen können Spanisch oder Englisch und mit Händen und Füßen klappt es ja eh immer 😉

Falls du aber gern auf Nummer sicher gehst, kann ich das „Ohne-Wörter“-Buch empfehlen. In diesem Buch sind viele wichtige Begriffe einfach abgebildet. So kannst du drauf zeigen und die Einheimischen wissen, was du meinst 🙂

 

Ich hoffe, diese Tipps und Infos für Nordspanien können dir ein bisschen bei der Planung helfen und vielleicht deine Vorfreude steigern.
Ich versuche für die Keyfact-Berichte immer alles Wichtige zu sammeln, um dir die Planung einer YOURney zu erleichtern. In den Texten reichere ich die Infos dann mit meinen persönlichen Erfahrungen und weiterführenden Links an. Da ich die Regionen ja aber auch nur bereise und kein Tourguide bin, erhebe ich hier natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn es deiner Meinung nach Verbesserungen oder Aktualisierungen der Infos gibt, freue ich mich über einen Kommentar oder eine Mail an info@yourneys.de 🙂

 

Liebe, Glück und gute Reise!
Laura

Keyfacts Nordspanien: Strand

© Laura Fauss

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