Reisen

Ängste auf Reisen? 12 Tipps, wie du sie zuhause lässt

Ängste auf Reisen: Grand Canyon

Der lange Flug, das große Unbekannte, wilde Tiere, gefährliche Krankheiten, Heimweh, Linksverkehr…
Wir alle haben sie und es ist wichtig, dass wir zu ihnen stehen: Ängste auf Reisen.

Heute möchte ich dir daher 12 Tipps zu diesem sensiblen Thema geben. Warum? Weil es mir selbst hin und wieder zu schaffen macht. Und weil ich glaube, dass es dir vielleicht auch so geht.

Auch wenn du abenteuerlustig bist: Bestimmt hast du manchmal Angst oder zumindest Bedenken vor der ein oder anderen Situation. Ja? Glückwunsch, denn das ist definitiv menschlich und total normal. Du bist damit keinesfalls allein, sondern sogar in bester Gesellschaft.
Du musst die Angst aber nicht in deinen Rucksack packen, sondern kannst sie getrost zuhause lassen. Oder zumindest irgendwann zurück schicken. Wichtig ist, dass du dich vorher mit ihr auseinandersetzt statt sie zu ignorieren. Mach sie zu deiner besten Freundin und schieß sie dann in den Wind. Klingt gemein, ist in diesem Fall aber ein guter Weg 🙂

Ich habe mit Reisenden gesprochen und gefragt, welches ihre persönlichen „Angst-Gegner“ sind. Meiner schleicht sich übrigens nachts um die Ecke (siehe 2.).

Was sind deine Ängste auf Reisen? Hast du Tipps, wie du sie bekämpfst? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar.

  1. Bammel vor dem Unbekannten

    Du machst dir Sorgen, was am anderen Ende der Welt auf dich warten könnte? Kein Problem. Erstens haben wir diese Gedanken alle. Und zweitens ist diese Angst recht einfach zu akzeptieren: Das Unbekannte wird immer unbekannt bleiben und du wirst dich immer fragen, was dort wartet.
    Wenn du deine Gedanken darum künftig jedoch als Neugierde verstehst, die dich zwar gelegentlich nervös macht, aber eigentlich einfach nur wissen will, wie die große Unbekannte aussieht, dann lässt es sich ganz gut damit leben.
    Und wenn du dir doch mal wieder Sorgen machst: Nur zu! Das ist okay. Formuliere deine Ängste („Was genau bereitet mir in der Unbekannte eigentlich Kopfzerbrechen? Fremde Kultur? Ungewohntes Essen? Die Sprache?“) und gehe sie dann gezielt an. Spreche zum Beispiel mit Menschen, für die dein Unbekanntes schon bekannt ist.
    Ein weiterer Tipp: Unterteile deine Reise gedanklich in einzelne Segmente. Dann wird die Unsicherheit kleiner sein, als vor dem „großen Unbekannten“ als Ganzes.
    Freu dich auf alles, was du vorher nicht herausfinden kannst. Neugierde ist nichts, was dir Sorgen bereiten muss.

  2. Angst in der Nacht

    Meine Ängste auf Reisen schlagen immer nur nachts zu. Am anderen Ende der Welt in der Dunkelheit zu liegen und zu schlafen: Manchmal macht mich diese Vorstellung verrückt.
    Schlafen heißt für mich Kontrollverlust (siehe 8.). Und auch wenn wir im Schlaf weitaus reaktionsfähiger sind, als wir uns vorstellen können, beunruhigt mich das in fremdem Gegenden oft.
    Wenn es dir genau so geht, dann solltest du dafür sorgen, dass du dich nachts wohl fühlst. Nimm ein vertrautes Kissen oder Stofftier (nein, das ist NICHT uncool!) mit.
    Und: Schlafe so, wie du es magst. Du gruselst dich im Einzelzimmer und hast Angst vor Einbrechern? Dann ist ein Dorm wahrscheinlich eher dein Ding.
    Du magst es nicht, im Schlaf mit vielen Menschen einen Raum zu teilen? Auch das ist vollkommen in Ordnung. Dann such dir Einzelzimmer oder kleinere Gemeinschaftszimmer.
    Buch nicht das Einzelzimmer, weil deine Eltern es besser finden. Und buch nicht den Dorm, weil Backpacker das „eben so machen“. Buch nur, was DEIN Ding ist. Und wenn die Gedanken dann nachts doch kreisen: Kuschel dich an dein Kissen oder ruf im Zweifelsfall eine vertraute Person an. Das wirkt Wunder!

  3. Sorgen um Verständigungsprobleme

    Du befürchtest, dass du in einem Land nicht zurechtkommst, wenn du die Sprache nicht verstehst? Diese Sorge ist unbegründet. Ein bisschen Englisch sprechen die Menschen heute doch fast überall. Und falls nicht: Mit Händen und Füßen klappt es am Ende immer.
    Für ein Gefühl von Sicherheit kannst du vorab ein paar Begriffe/Sätze der Sprache lernen, dir vor Ort die wichtigsten Phrasen von Einheimischen abschauen und dir ein Mini-Wörterbuch mitnehmen.
    Eine Freundin hat mir außerdem einen super Tipp für Verständigungsprobleme gegeben. Dieses „Ohne-Wörter“-Buch* (Affiliate Link) enthält 600 Zeichen zu wichtigen Dingen, für die dir vielleicht gerade das passende Wort fehlt. Einfach drauf zeigen und Hilfe bekommen.

  4. Flugangst

    Auch diese Angst begleitet dich eventuell auf manchen Reisen. Auch das ist menschlich. Wenn du es schaffst, dann stell dich ihr. Wahrscheinlich wird sie mit jedem Flug schrumpfen. Ich habe dir 12 Tipps zusammen gestellt, die deinen Flug angenehmer machen können. Besonders die Idee mit den „Rescue Tropfen“* (Affiliate Link) am Ende des Artikels könnte dir vielleicht helfen.
    Wenn die Angst allerdings so manifestiert ist, dass du sie nicht allein überwinden kannst: Gesteh es dir ein. Und such dir im Zweifelsfall Hilfe bei einem Spezialisten.

  5. Angst vor Einsamkeit und Heimweh

    Eine deiner Ängste auf Reisen ist es, einsam durch die Länder zu tingeln? Das ist unbegründet. Du wirst schneller Leute kennen lernen, als du „Einsamkeit“ sagen kannst. Wenn nicht sofort Menschen auf dich zukommen, dann ergreife selbst die Initiative. Du wirst sehen: Es tut verdammt gut, seine Bedenken zu überwinden.
    Und falls das Heimweh dann doch zuschlägt: Auch hier können persönliche „Wohlfühl“-Gegenstände, wie Stofftiere oder Fotos, helfen. Oder ein Telefonat mit den Liebsten 🙂

  6. Sicherheitsbedenken

    Wie sicher ist dein Zielland? Hast du Angst vor Überfällen? Vielleicht sogar vor Anschlägen?
    Hier gibt es kein Pauschalrezept, um diese Sorgen zu überwinden. Solange sie dich nicht dominieren und deine Reise nicht negativ beeinflussen, kannst du sie aber akzeptieren. Eine gewisse Portion Vorsicht im Gepäck schadet nicht. Doch halte dir immer vor Augen, dass Horror-Stories zwar kursieren, aber selten passieren. Verlass dich in brenzligen Situationen einfach auf deine Intuition.
    Halte dich an andere Reisende wenn du dich fürchtest, meide dunkle zwielichtige Ecken, präsentiere nicht dein Hab und Gut wenn du Angst vor Taschendieben und Überfällen hast…
    So lange dein gesunder Menschenverstand dich auf Reisen begleitet, kannst du die Angst vor schlimmen Zwischenfällen getrost zuhause lassen.

  7. Was, wenn ich krank werde?

    Auch diese Angst kennst du wahrscheinlich. Und auch hier lässt sich was tun. Sorge vor deiner Abreise dafür, dass du alle nötigen Impfungen bekommen und eine Reiseapotheke für kleine Wehwehchen und eventuell größere Probleme dabei hast. Das wird dir ein Gefühl von Sicherheit geben. Natürlich ist so nicht ausgeschlossen, dass du trotzdem krank wirst. Aber auch dann bist du fürs Erste gewappnet.

  8. Probleme mit Kontrollverlust

    Die Angst vor Kontrollverlust ist sicherlich nicht für jeden ein Begleiter. Wenn du dazu gehörst, wird sie dich aber wahrscheinlich schon ein paar Nerven gekostet haben. Wenn sie, wie bei mir, nachts zuschlägt, hilft dir vielleicht Tipp 2.
    Auch tagsüber hilft es meist, sich einen Wohlfühl-Moment zu schaffen oder einen lieben Menschen anzurufen und von den tollen Erlebnissen zu erzählen. Das A und O hier ist Entspannung und Ablenkung. Du kannst auf Reisen nicht alles kontrollieren. Definitiv nicht. Und deine YOURneys werden einige Überraschungen für dich bereithalten.
    Siehs positiv. Zuhause kannst du immer alles kontrollieren? Dann genieß die Freiheit und Unabhängigkeit auf Reisen. Ein bisschen der Kontrolle abzugeben und dabei seinen gesunden Menschenverstand zu behalten ist meist eine Bereicherung und eigentlich nie eine Gefahr.

  9. Angst vor Tieren

    Du hast Angst vor Schlangen, Bären, Löwen? Glückwunsch, dann gehörst du wenigstens nicht zu den Menschen, die ihre ganze Reise damit verbringen, diese Tiere (vergeblich) zu suchen.
    Genau hier liegt auch schon die Lösung: Mach dir klar, wie schwer es ist, tatsächlich auf gefährliche Tiere zu treffen.
    Natürlich gibt es Tiere, vor denen Respekt durchaus angebracht ist, weil sie für den Menschen gefährlich sein können. Doch diese Sorgen musst du erst haben, wenn du ihnen auch wirklich begegnest. Und selbst dann haben viele von ihnen wahrscheinlich mehr Angst vor dir, als du vor ihnen. Ich weiß, das ist leichter gesagt, als getan. Aber zumindest manchmal hilft es mir, mir das vor Augen zu halten 🙂
    Handelt es sich bei einer deiner Ängste allerdings um eine ausgereifte Phobie, so kann dir auch hier ein Psychologe helfen, wieder angstfrei in die nächste YOURney zu starten.

  10. Sorgen um mögliche Konflikte

    Diese Bedenken werden dir wahrscheinlich erst klar, wenn sie sich langsam in die Realität schleichen: Verstehe ich mich mit meinem Reisepartner wirklich gut genug, um mehrere Wochen mit ihm aufeinander zu hängen?
    Abhilfe schafft hier gute Kommunikation. Sprecht miteinander. Sowohl vorher, wie auch unterwegs. Was erwartet ihr von der YOURney? Habt ihr gleiche Vorstellungen? Wo bedarf es Kompromissen? Und wenn ihr euch gar nicht einigen oder nicht mehr riechen könnt: Teilt euch auf. Ein paar Tage oder bereits Stunden Abstand können in Kombination mit offener Kommunikation Wunder wirken.

  11. Bedenken beim Autofahren

    Autofahren in einer fremden Großstadt? In Ländern mit Linksverkehr? Zuallererst: Du musst das nicht tun. Wenn du keinen Bock drauf hast, zwing dich nicht dazu und such dir lieber ein anderes Fortbewegungsmittel. Wenn du aber Lust auf einen Roadtrip hast, dann mach dir klar, dass Autofahren grundlegend überall gleich funktioniert. Versuch ruhig zu bleiben, fahr defensiv, konzentrier dich auf die Straße und sprich dich mit deinem Beifahrer ab wenn es einen gibt. Die Straße ist dein Terrain und er hilft mit Karte oder Navi. Letzteres kann sehr hilfreich sein. Weiter verunsichern wird dich hingegen ein Sitznachbar, der permanent an deinem Fahrstil herum meckert.

  12. Angst vor der Angst

    Zugegeben, das ist ein Punkt, der erstmal verwirrend klingt. Aber vielleicht nimmst du dir ein paar Minuten Zeit und überlegst, warum deine Sorgen eigentlich immer wieder in deinem Kopf wüten? Vielleicht sind deine Ängste auf Reisen an sich gar nicht so stark, werden aber dadurch schlimmer, dass du sie verdrängst? Quasi nach dem Prinzip des rosa Elefanten.
    Schluss damit! Auf Reisen geht es um DEINE Erfahrungen. Deine Ängste gehören zu dir und sind somit absolut nichts Schlimmes. Angst zu haben ist keine Schwäche. Offen dazu zu stehen sogar eher ziemlich stark. Mach dir vor deiner nächsten YOURney bewusst, was deine persönlichen Ängste auf Reisen sind. Und dann akzeptiere sie und steh dazu. Du wirst sehen, dass sie sich plötzlich halb so schlimm anfühlen. Versprochen 🙂

     
    Info:
    Dieser Post kann Werbung enthalten.

    *Hierbei handelt es sich um Affiliate Links. Wenn du darüber etwas buchst oder bestellst, bekomme ich eine kleine Provision, um YOURneys weiter aufzubauen. Du zahlst natürlich trotzdem nur den regulären Preis. Außerdem empfehle ich hier nur, was ich selbst auch wirklich auf meinen YOURneys nutze.

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply
    Sabina Schneider
    28. Januar 2018 at 17:05

    Bin gerade zufällig über deinen Beitrag gestolpert. Sehr gut geschrieben.
    Ich habe gerade zu einer Blogparade aufgerufen. Vielleicht möchtest du den Beitrag teilen und ihn bei mir als Kommentar hinzufügen. Würde mich freuen.

    http://whale-of-a-time.de/angst_wasser/

    • Reply
      Laura
      29. Januar 2018 at 13:29

      Vielen Dank liebe Sabina 🙂

      Und die Blogparade schaue ich mir direkt mal an!
      Liebe Grüße
      Laura

  • Reply
    Jessica
    13. März 2017 at 4:03

    Sehr schön geschriebener Artikel. Ich glaube so gut wie jeder Reisende kann sich ja darin irgendwie wieder finden. Und ich finde es schön, dass du empfiehltst auch den Ängsten Raum zu geben. Denn schließlich sind sie auch ein Teil von uns, wenn auch häufig nur in unserem Kopf und Bauch
    Liebe Grüße aus Laos
    Jessica

    • Reply
      Laura
      13. März 2017 at 16:47

      Liebe Jessica,

      Vielen Dank! Ich sehe das genauso, wie du: Wenn wir nicht verdrängen, sondern dazu stehen, dass wir nicht in jeder Situation cool bleiben, ist schon viel gewonnen.
      Ängste sollten uns definitiv nicht davon abhalten, die Welt zu sehen 🙂

      Liebe Grüße
      Laura

  • Reply
    Alexandra Sefrin
    12. März 2017 at 20:17

    Hi Laura,

    was Du oben aufgelistet hast, ist der Grund, warum ich letztendlich ein Buch geschrieben habe bzw. fast damit fertig bin.

    Wir reisen schon seit Jahrzehnten leidenschaftlich gerne mit dem Rucksack in ferne Länder – inzwischen auch mit drei Kindern im Schlepptau. Wenn wir Leuten davon erzhählen, werden wir immer mit großen Augen angeschaut und teilweise für verrückt erklärt. Viele haben einfach Angst sich in die Fremde zu begeben, weil zu viel Unbekanntes dort lauert. Die Ursachen sind vielschichtigt, aber teilweise einfach lösbar, wenn man sich seinen Ängsten auch stellt.

    Damit sich auch die etwas ängstlichen unter uns auf so eine Reise wagen können, habe ich „DIY-Reisen – Thailand“ geschrieben. Meine Wahl ist auf Thailand gefallen, da es total einfach zu bereisen ist und eine gut Infrastruktur aufweist. Von der Planung der Reise angefangen bis hin zur ausgearbeiten Trips, habe ich alle Informationen und Wissen zusammengetragen, um angst- und stressfrei in den Urlaub zu starten und ein paar schöne unvergessliche Wochen zu verbringen. Auf jeden Fall sind mit dem Buch die Ängste, die aus Unwissenheit oder Fehlinformationen herrühren, aus dem Weg geräumt. Ein etwas anderes Reisehandbuch also, was die Lücke zwischen Reisebildband und Backpackerbibel wie Lonely Planet oder Loose schließt.

    Wenn Dich das Thema näher interessieren sollte, dann findest Du hier mehr dazu: https://diy-reise.de

    Viele Grüße

    Alex

    • Reply
      Laura
      13. März 2017 at 16:46

      Liebe Alexandra,
      Vielen Dank für dein Feedback 🙂
      Ich finde es toll, dass ihr mit euren Kids so viel unterwegs seid. Ich finde, es gibt nichts, was einen davon abhalten sollte zu reisen, wenn man Kinder hat – im Gegenteil: Die Kleinen können unterwegs so viel erleben und fürs Leben lernen!
      Liebe Grüße
      Laura

    Leave a Reply